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Historische Wasserkanäle als Langzeit-Bewässerungsexperiment

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An den Süd- und Südosthängen des Rhonetals zwischen Lens und Varen im Wallis ist es extrem trocken. Die Vegetation ist karg, Bäume sind klein, einige abgestorben. Nur nicht an den historischen Wasserkanälen, den Suonen oder Bissen. Diese leiten seit über 500 Jahren Wasser auf Wiesen und Felder, das allerdings zum Teil unterwegs versickert. Davon profitieren die in Kanalnähe stehenden Bäume.

Linda Feichtinger fand in ihrer Doktorarbeit heraus, dass Föhren an lange stillgelegten und erst seit Kurzem wieder Wasser führenden Suonen besser wachsen als jene, die an dauerhaft wasserführenden Kanälen stehen. Die erneute Wasserzufuhr förderte den Abbau der über lange Zeit abgelagerten Streu; die Föhren verfügten damit sprunghaft über zusätzliche Nährstoffe. Derartige Experimente bieten die einzigartige Gelegenheit zu erforschen, wie Bäume bei unterschiedlicher Wasserversorgung wachsen und sind wertvoll für Prognosen, wie sich der Wald in Zeiten des Klimawandels entwickeln wird. (Reinhard Lässig, Diagonal 1/16)