Die WSL hat in ihrer Strategie 2035 für das kommende Jahrzehnt vier gesellschaftlich relevante und wissenschaftlich vielversprechende Entwicklungsschwerpunkte identifiziert. Diese bauen auf der Forschung und Expertise der WSL in ihren fünf Kernthemen auf, sind interdisziplinär und tragen dazu bei, dass die WSL einen substanziellen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen leisten kann.
Inhalt ¶
Folgen des globalen Wandels: Mitigation und Adaptation ¶
Der globale Wandel hat drastische Auswirkungen auf die gesamte Erde, so auch auf Ökosysteme und Gesellschaft. Ihn genau zu verstehen, ist der Schlüssel, um seine Folgen abzuschätzen und zu vermindern und Anpassungsstrategien zu entwickeln. Aufbauend auf ihrer langjährigen Forschung und auf Jahrzehnten von Monitoring wird die WSL hierzu wertvolle Beiträge leisten.
Vorgesehene Aktivitäten ¶
Die WSL entwickelt Ansätze um:
- die Folgen des globalen Wandels und die Risiken für Umwelt und Gesellschaft zu verstehen, zu quantifizieren und vorherzusagen;
- Kipp-Punkte und Schlüsselfaktoren zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit und Resilienz zu erkennen;
- Mitigations- und Anpassungsstrategien anzuwenden und zu testen;
- Frühwarnsysteme zu entwickeln; und
- zu untersuchen, wie Verhaltensänderungen gefördert werden können.
Nachhaltige Urbanisierung für lebenswerte Städte ¶
Weltweit schreitet die Urbanisierung rasant voran. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt heute in städtischen Gebieten. Nachhaltige Urbanisierung beinhaltet die Planung, Erneuerung, Entwicklung und Verwaltung städtischer Räume sowie die haushälterische Nutzung von Land und Ressourcen. Ziel sind sozial inklusive, umweltverträgliche, wirtschaftlich tragfähige, biodiverse und gesunde Städte, die dem Klimawandel gewachsen sind. Aufgrund ihrer Expertise in den Kernthemen ist die WSL gut positioniert, um urbane Räume zu erforschen, zu verstehen und um adäquate Lösungen aufzuzeigen.
Vorgesehene Aktivitäten ¶
Die WSL will das System «Stadt» ganzheitlich verstehen und nachhaltige Grundlagen erarbeiten um:
- Gesundheit, Erholung und andere Bedürfnisse einer alternden, wachsenden und vielfältigeren Gesellschaft zu gewährleisten;
- die Biodiversität zu schützen, Ökosystemleistungen nachhaltig zu sichern und mit Risiken umzugehen;
- die Öffentlichkeit an der Planung lebenswerter Städte zu beteiligen; und
- Wechselwirkungen zwischen städtischen und nicht-städtischen Systemen zu gestalten.
Umweltgovernance ¶
Der nachhaltige Umgang mit der Umwelt stellt eine grosse Herausforderung für die Governance dar. Ein fundiertes Verständnis und eine kritische Einschätzung der Schlüsselelemente der Governance sind unerlässlich, um Entscheidungsprozesse, Zusammenarbeit, formelle und informelle Regulierungen sowie die Politikumsetzung zu verbessern. Die WSL, die seit Langem natur- und sozialwissenschaftliche Forschung verbindet, wird die Forschung zu Umweltgovernance systematisch vorantreiben, um die Wirksamkeit ihrer Forschung weiter zu steigern.
Vorgesehene Aktivitäten ¶
Die WSL
- baut ihr Wissen und ihre Fähigkeiten im Bereich Umweltgovernance aus;
- vertieft das Verständnis für umweltbezogene Entscheidungsprozesse;
- unterstützt die Ausarbeitung und Umsetzung einer effektiven Umweltpolitik; und
- entwickelt Governance-Strukturen für neue Handlungsfelder, wie die Anpassung an den Klimawandel.
Multifunktionale Landschaften und Ökosysteme ¶
Landschaften und Ökosysteme stellen Nahrungsmittel, Wohnraum und Energie bereit, schützen vor Naturgefahren, binden Kohlenstoff und sind Lebensraum von schützenswerten Pflanzen und Tieren. Die komplexen Beziehungen zwischen Gesellschaften und ihrer belebten und unbelebten Umwelt manifestieren sich in vernetzten, multifunktionalen Landschaften und Ökosystemen – quer durch die Schweiz und vom Flachland bis in hochalpine Regionen. Grundlage dieses Entwicklungsschwerpunkts ist die bisherige Forschung der WSL zu natürlichen Ressourcen, Ökosystemleistungen, Multifunktionalität, Landnutzungskonflikten sowie zur physischen und wahrgenommenen Landschaft.
Vorgesehene Aktivitäten ¶
Die WSL entwickelt und bündelt Ansätze, um
- Wechselwirkungen, Synergien und Abhängigkeiten innerhalb und zwischen Landschaften und Ökosystemen zu identifizieren und
- Trade-offs zwischen den verschiedenen Landschaftstypen und -funktionen entlang des Stadt-Land-Gradienten und vom Flachland bis zu hochalpinen Regionen zu reduzieren.