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DivScaling - Flächenabhängigkeit von Diversität im Wald


 

Das Hauptziel dieses Projektes ist, für den Schweizer Wald zu ergründen wie sich verschiedene Diversitätskomponenten mit zunehmender Fläche und in Abhängigkeit von sich verändernder Heterogenität verhalten.

Das Schweizerische Landesforstinventar (LFI) hat die Aufgabe, anhand von Kriterien und Indikatoren die Entwicklung des Schweizer Waldes hinsichtlich all seiner Leistungen zu beobachten und auf Nachhaltigkeit zu prüfen. Dazu gehört auch die Diversität. So wird beispielsweise das Vorkommen sämtlicher Gehölzarten ab einer Wuchshöhe von 40cm in einer Stichproben‐Fläche von 200m2 erhoben. Andere forstliche Inventare in der Schweiz (Forstbetriebe, Regionalinventuren) sowie Nationalinventuren anderer Staaten arbeiten mit anderen Probeflächengrössen. Die Vergleichbarkeit von Diversitäts‐Kennzahlen zwischen verschiedenen Inventuren wäre wichtig, ist aber nur beschränkt zulässig, weil bekannt ist, dass Diversität nicht linear mit der Fläche zusammenhängt.

Das erste Ziel von DivScaling ist es, zu ergründen wie genau sich im Schweizer Wald die Diversität in Relation zur Flächengrösse verändert, und wie zusätzliche Faktoren diesen Zusammenhang beeinflussen. Dies soll mit Hilfe von DiversitätsArealKurven zu schliessen. DiversitätsArealKurven haben ihren Ursprung in ArtArealKurven, welche in der Ökologie ein bewährtes Mittel sind, um zu beschreiben, wie Diversität mit der Flächengrösse zusammenhängt. Grundsätzlich zeigen sie, dass Artenzahlen mit zunehmender Fläche erst relativ steil ansteigen, um sich dann allmählich einem Maximum anzunähern. Neuere Untersuchungen zeigen auf, dass die Zunahme der Diversität nicht nur durch die zunehmende Fläche, sondern auch durch die zunehmende Heterogenität der Umweltbedingungen bestimmt ist. Das vorliegende Projekt will diese Erkenntnis nutzen und für den Schweizer Wald den Zusammenhang zwischen Flächengrösse, Heterogenität, und Diversität analysieren. Dadurch werden verlässliche Aussagen zur Diversität (inkl. Unsicherheiten) im Schweizer Wald für beliebige Aussageeinheiten möglich). 

Das zweite Ziel besteht darin, dass die Flächenabhängigkeit neben der Artenvielfalt auch für die zusätzlichen Komponenten strukturelle, funktionelle, und phylogenetische Diversität berechnet wird. Die strukturelle Diversität ist entscheidend für das Vorhandensein von MikroHabitaten für unzählige WaldTierarten, die funktionelle Diversität wird im Zusammenhang mit dem Funktionieren des WaldÖkosystems herangezogen, und die phylogenetische Diversität kann aufzeigen, wie viel an evolutionsgeschichtlicher Vielfalt in einer Waldgesellschaft versammelt ist.

Das dritte Ziel besteht darin, die für die Schweiz ermittelten Zusammenhänge anhand internationaler Datensätze (Europa, Nordamerika) vertieft verglichen und eingehender überprüft werden. Dabei wird sich zeigen, wie gut der hier vorgeschlagene Ansatz das Problem unterschiedlich grosser Probeflächen in den verschiedenen Inventaren lösen kann.