Von der kommunalen Nutzungsplanung zur Visualisierung zukünftiger Überbauungen: Die Möglichkeiten von Modellierungen auf der Grundlage standardisierter Regelungen“
Anna Hersperger, Silvia Tobias, Daniels Saakjans, Somaie Abolhasani, Rafael Ramirez Eudave
2022 - 2026
Kooperation FinanzierungInhalt ¶
Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für die kommunale Nutzungsplanung, doch uneinheitliche Regeln und fehlende Übersicht bremsen den Fortschritt. Unser Projekt untersucht europäische Regulierungspraktiken und entwickelt Standards und Simulationen, die Planung verständlicher, vergleichbarer und wirksamer machen.
Projekt ¶
Die kommunale Nutzungsplanung übersetzt strategische Ziele in verbindliche Regeln zur baulichen Gestaltung und zur Nutzung von Flächen. Da europäische Kommunen und Schweizer Gemeinden die Flächennutzung sehr unterschiedlich regeln und bislang ein systematischer Überblick über zentrale Vorschriften zu Gebäuden sowie Frei- und Grünräumen fehlte, wird die Weiterentwicklung der Planung und insbesondere die Nutzung digitaler Potenziale erheblich erschwert.
In unserer Untersuchung haben wir analysiert, wie europäische Städte heute die Form und Nutzung von Gebäuden sowie offenen und grünen Räumen regulieren. Dabei zeigte sich, dass vor allem Gebäudehöhe und Dichte im Mittelpunkt stehen, während bei Grün- und Freiflächen der Schutz von Naturwerten dominiert. Gleichzeitig unterscheiden sich die Länder stark darin, wie sie Effizienz und Gerechtigkeit gegeneinander abwägen. Zudem wurde deutlich, dass man die Auswirkung von Regulierungen nur verstehen kann, wenn man auch die Spielräume für Ermessensentscheidungen berücksichtigt, denn dieselben Regeln können je nach Kontext zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Um zukünftige Stadtentwicklungen besser simulieren zu können, haben wir Methoden entwickelt, mit denen sich lokale Bau- und Nutzungsregeln digital erfassen, vereinheitlichen und in 3 D Modellen abbilden lassen. Diese Ansätze wurden erfolgreich in mehreren Städten getestet und zeigen, dass standardisierte Daten die Simulation städtischer Entwicklungen erheblich erleichtern.
Gleichzeitig können solche Standards die Planungspraxis selbst verändern und Werte wie Transparenz, Effizienz und Gerechtigkeit beeinflussen. Ein neu entwickelter konzeptioneller Rahmen hilft künftig dabei, diese Auswirkungen besser zu verstehen und die digitale Transformation der Planung verantwortungsvoll zu gestalten.