Trinkwasserschutz-Tool

In der Schweiz stammt ein Grossteil des Trinkwassers aus Grundwasserfassung im Wald. Rund 47% der Grundwasserschutzzonen liegen in Waldarealen. Um die für die Trinkwasserbereitstellung bedeutenden Waldgebiete vor Verunreinigungen zu bewahren, werden diese im Rahmen der Gewässerschutzverordnung (GSchV) durch Grundwasserschutzzonen geschützt (Kernzone S1, engere Schutzzone S2, weitere Schutzzone S3). Die Ausweisung einer Waldfläche zur Schutzzone ist für die Forstbetriebe mit einer Reihe von gesetzlichen Vorschriften und Empfehlungen verbunden, die sie in der Waldbewirtschaftung beeinflussen. Durch die Einhaltung dieser Vorgaben entstehen den Forstbetreiben zusätzliche Kosten.

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) wurde ein Excel-Tool entwickelt, mit dessen Hilfe für die betroffenen Forstbetriebe der zusätzliche Mehraufwand und Minderertrag schnell und einfach berechnet werden kann. Für die Abbildung der Vorgaben im Tool wurden Massnahmen definiert, wie sie in der forstlichen Praxis auftreten. Die Massnahmen wurden anschliessend in mathematische Formeln zur Quantifizierung der zusätzlichen Kosten verpackt. Dabei wurde zwischen drei in der Praxis gängigen Standard-Holzernteverfahren unterschieden, einem motormanuellen Ernteverfahren, einem vollmechanisierten Ernteverfahren und einem Ernteverfahren für Steillagen. Durch diese Unterteilung wird eine Berücksichtigung der zonenspezifischen Eigenschaften und Bewirtschaftungsmethoden ermöglicht. Die mit dem Trinkwasserschutz-Tool ermittelten Ergebnisse können im Rahmen der Diskussion zur Inwertsetzung der wasserwirtschaftlichen Leistungen der Waldwirtschaft eine wesentliche Grundlage für die Kommunikation zwischen Waldbewirtschaftern und Wasserversorgern bilden. Die Ergebnisse des Tools sind aber nicht als absolut anzusehen, sondern sind mehr als Richtwerte zu betrachten.

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