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In der Südschweiz seit 1991

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Bereits in den frühen 1900er Jahren, kurz nach der Gründung der ersten Waldforschungsstation, wurden Stimmen laut, die eine stärkere Berücksichtigung der französischen und italienischen Schweiz forderten. Im Jahr 1959, als die Bekämpfung des Kastanienkrebses ein aktuelles Thema war, diskutierte die Leitung des Instituts, das damals noch Eidgenössische Anstalt für das forstliche Versuchswesen EAFV hiess, über die Notwendigkeit, im Tessin eine Aussenstation einzurichten. Doch erst 1986 nahm der Bundesrat die beiden Postulate (von Luciano Giudici und Yvette Jäggi) an, die die Grundlage für die regionale Diversifizierung der Umweltforschung bildeten. 1989 beschlossen der Lenkungsausschuss des Sanasilva-Programms und der Direktor der EAFV, Prof. Rodolphe Schläpfer, eine Station auf der Alpensüdseite einzurichten und beauftragten die Sanasilva-Koordination mit der Ausarbeitung des Ausführungsplans. Und schließlich wurde 1991 die "Sottostazione" Alpensüdseite offiziell eröffnet.

 

Chronologie

1991 nahm die WSL damit offiziell ihre Tätigkeit in der Südschweiz auf. Ihre Hauptaufgaben waren die Unterstützung der Muttergesellschaft bei der Information, Verbreitung und Weiterbildung, die logistische Unterstützung der Forschung auf der Alpensüdseite und die Verwaltung der Versuchsanlagen (z.B. Copera). Zu Beginn war die "Sottostazione" in einem Büro des Forstamtes des Kantons Tessin untergebracht. Das Personal bestand aus zwei Forstingenieuren, zwei Forstwirten und einem Forstwirtschaftslehrling.

In den ersten Jahren ihrer Tätigkeit konzentrierte sich die Abteilung auf die Verbreitung des bereits südlich der Alpen erworbenen Wissens und auf die Übersetzung der einschlägigen wissenschaftlichen Texte ins Italienische.

1993 wurde das Betriebskonzept der Sottostatzione vorgestellt und ihr Auftrag auf eigene Forschung ausgeweitet, die sich zunächst vor allem auf Waldbrände und die Bewirtschaftung von Kastanienwäldern konzentrierte. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Diplom- und Doktorarbeiten, die im Umspannwerk durchgeführt wurden. Im folgenden Jahr wurde das Hauptquartier in das Gebäude der Festungswache in der Via Pedotti verlegt.

1995 - 1996: Erste Teilnahme an europäischen Projekten über Waldbrände und Beginn der Zusammenarbeit mit ausländischen Universitäten für den Austausch von Praktikanten. Erste Vorstudien zu anderen Themenbereichen wie z.B. hängenden Seitentälern und besonderen Waldtypen (Birkenwälder, Rotkehlchenwälder).

1997 erneuter Umzug in die Via Belsoggiono 22, in das Gebäude der ehemaligen Schulen von Ravecchia, das der Stadt Bellinzona gehört. Einrichtung einer Kontaktkommission (COMCO) zwischen der Unterstation und Vertretern der Praxis. Sehr schnelles Wachstum des Forschungsvolumens dank der von Dritten finanzierten Projekte.

2004 - 2006 Auflösung der operativen Gruppe Copera zugunsten einer Erweiterung der akademischen Kerngruppe und einer damit einhergehenden Verstärkung der wissenschaftlichen Expertise. Die Zusammenarbeit mit Organisationen, die auf demselben Gebiet tätig sind (Pro Specie Rara, Federlegno, Silviva), wurde ebenfalls verstärkt.

2007 - 2009 Nationales Projekt "BiodiverCity" und Forschung über Methoden zur Quantifizierung der biologischen Vielfalt. Ausweitung der Waldbranddatenbank auf das gesamte Land. Studie über Toponyme im Zusammenhang mit der Landnutzung. Zusammenarbeit mit der kantonalen Forstverwaltung bei Projekten zur Wiederherstellung von Kastanienwäldern. Darüber hinaus wird mit der Erforschung der Geschichte der Protoindustrie der Holzkohle und einer Zählung der Köhlerplätze südlich der Alpen begonnen.

Im Jahr 2010 begann ein Projekt zur Erforschung der Landschaftsgeschichte: Forscher in Bellinzona entwickelten eine Software, die es erlaubt, auf der Grundlage von historischen Bildern präzise kartografische Messungen vorzunehmen. Entwicklung eines neuen Systems zur Vorhersage der Brandgefahr in Zusammenarbeit mit einem Tessiner Unternehmen. Darüber hinaus wird ein Projekt zur Analyse der Qualität der städtischen Grünflächen in Bellinzona und Umgebung durchgeführt. Im Rahmen einer Teilreorganisation wird die Insubrica-Forschung in den Bereich "Community Ecology" mit Teams an allen vier WSL-Standorten integriert. Marco Conedera leitet sie weiterhin.

2016 Umzug nach Cadenazzo, in den neuen Campus di Ricerca inmitten des Piano di Magadino, der die südalpinen Standorte von Agroscope, WSL, Agridea und des Eidgenössischen Pflanzenschutzdienstes vereint.