07.10.2026 | Cédric Angehrn | WSL News
Die Eidg. Forschungsanstalt WSL ist für die diesjährige Vertragsstaatenkonferenz zur Übereinkunft über die biologische Vielfalt als Beobachterorganisation akkreditiert. An der Konferenz in Jerewan (Armenien) geht es u. a. um die Bestandsaufnahme, wie weit Länder in ihren Bemühungen sind, die globale Biodiversität zu schützen. Für diese Bestandsaufnahme stellen teilnehmende WSL-Wissenschaftler wissenschaftliche Expertise zur Verfügung. Darüber hinaus vertreten sie an der Konferenz ein Projekt zur Förderung von Aufforstung und Klimaanpassung in Armenien.
- Dank einer neuen Akkreditierung nehmen fünf Wissenschaftler der WSL an der siebzehnten Vertragsstaatenkonferenz zur Übereinkunft über die biologische Vielfalt teil.
- Ihr Ziel ist es, für die internationale Bestandsaufnahme der Bemühungen zum Schutz der Biodiversität wissenschaftliche Expertise zur Verfügung zu stellen.
- Ebenso vertreten die WSL-Wissenschaftler ein Projekt zur Förderung von Aufforstung und Klimaanpassung in Armenien an der Konferenz.
Fünf Forschende der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL nehmen vom 21. bis 30. Oktober an der Vertragsstaatenkonferenz zur Übereinkunft über die biologische Vielfalt, kurz COP-CBD 17, in Jerewan (Armenien) teil. Dazu zählen Marco Pütz, Dominik Braunschweiger und Jan Streit der Forschungsgruppe Umweltgovernance, sowie Tobias Kühnhanss der Gruppe Bestandesdynamik und Waldbau, und Dirk Karger der Gruppe Dynamische Makroökologie.
Dadurch dass sich die WSL für die COP-CBD 17 als Beobachterorganisation akkreditieren lassen konnte, erhält sie Zugang zur «Blue Zone» — jenem Bereich, in dem sich nur Regierungsdelegationen, akkreditierte Pressemitglieder und Beobachterorganisationen aufhalten dürfen. Dort stehen die Forschenden für den Dialog mit der Politik zur Verfügung: «In der «Blue Zone» ist es möglich, direkt mit Länderdelegationen und Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen über die wissenschaftlichen Grundlagen zu diskutieren, die für internationalen Entscheidungsprozesse massgeblich sind» sagt Dirk Karger, der den Konferenzbesuch zusammen mit Marco Pütz leitet.
Wälder in Armenien aufforsten und Klimaanpassung fördern
In einem von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanzierten Projekt ‘Forest Restoration and Climate Change in Armenia (FORACCA)’ arbeitet die WSL zu Aufforstung und Klimaanpassung in Armenien. Im Rahmen partizipativer Workshops arbeiten WSL-Forschende dabei mit armenischen NGOs und Gemeinden zusammen, um gemeinsam Strategien und Massnahmen zur Stärkung der Klimaresilienz armenischer Gemeinden und Wälder zu entwickeln und umzusetzen. Die einzelnen Massnahmen werden so detailliert ausgearbeitet, dass Verantwortlichkeiten, Budgets und Zeitpläne geklärt sind und sie langfristig Wirkung erzielen können.
Das Projekt FORACCA
Das Forest Restoration and Climate Change in Armenia Projekt (FORACCA) wird von der Schweizerischen Agentur für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanziert. Das Projekt wird von der Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Zusammenarbeit mit dem Zoï Environment Network, der Forest Alliance of Armenia und der FAO umgesetzt.
Darüber hinaus soll die nachhaltige Förderung dieser Massnahmen auch auf politischer Ebene gesichert werden. Diesbezüglich ist es vor allem für Pütz, Braunschweiger, Karger und Kühnhanss, die alle an FORACCA beteiligt sind, spannend, Zugang zur «Blue Zone» zu haben, da sie dort direkt mit Vertreterinnen und Vertreter der armenischen Umweltpolitik sprechen können.
«Politische Überzeugungsarbeit ist Teil unseres Projekts. Die COP-CBD 17 bietet uns eine Bühne, um die von uns erarbeiteten wissenschaftlichen Ergebnisse zu präsentieren und Regierungsvertretende zu überzeugen, diese auch auf staatlicher Ebene aufzunehmen, weiterzuentwickeln und selbst anzuwenden», sagt Dominik Braunschweiger, Projektkoordinator von FORACCA.
Braunschweiger würde es gerne sehen, dass die im Projekt eingesetzte Methode des partizipativen Workshops flächendeckend zur Erarbeitung lokaler Anpassungspläne angewandt wird. Dirk Karger und sein Team haben zusammen mit dem armenischen Hydrologischen und Meteorologischen Dienst hochauflösende Klimaszenarien für Armenien entwickelt. Karger möchte diese an der COP-CBD 17 auch lokalen Institutionen und Interessengruppen vorstellen, die nicht direkt am Projekt beteiligt sind.
Sowohl in der exklusiven «Blue Zone» als auch der öffentlich zugänglichen «Green Zone» der Konferenz werden die WSL-Wissenschaftler eigene Veranstaltungen durchführen und an Podiumsdiskussionen von anderen teilzunehmen. Konkret organisieren sie für die «Green Zone» vier eigene Veranstaltungen: «Climate-resilient forest ecosystems: Future pathways for Armenia», «Good governance for preserving forest biodiversity in Armenia», «New climate services for nature conservation: the potential of high-resolution climate scenarios for Dilijan National Park», und «From Climate Risk to Local Action and Nature-based Solutions: A Toolbox for Climate-Resilient Development in Armenia». In der «Blue Zone» sind sie u.a. an Veranstaltungen des «Science Day» und im armenischen Pavillon beteiligt.
Die Forschenden hoffen, die wissenschaftliche Expertise der WSL in internationalen Entscheidungen stärker einzubringen, sowie die Umsetzung des Projekts FORACCA vor Ort durch zusätzliche Sichtbarkeit zu unterstützen: «Die Konferenz ist ein Schaufenster für die WSL und unser Projekt. Wir hoffen, an den Veranstaltungen, bei denen wir mitwirken, von der internationalen und armenischen Gemeinschaft gesehen und gehört zu werden», sagt Marco Pütz, Projektleiter von FORACCA.
Die COP-CBD 17
Die UN-Biodiversitätskonferenz (COP-CBD) ist die wichtigste internationale politische Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt. An der diesjährigen Konferenz treffen sich die 196 Vertragsparteien des 2022 vereinbarten globalen Biodiversitätsrahmen — 195 Staaten plus die Europäische Union als Staatengemeinschaft. In der «Blue Zone» wird diskutiert, inwiefern die verschiedenen Parteien in den letzten vier Jahren die 23 Ziele des Rahmens umgesetzt haben. Dazu gehört hauptsächlich der Schutz von mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen bis 2030. Zur selben Zeit finden in der «Green Zone» Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und kulturelle Events für ein breites Publikum statt.
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