Die Ökosystemleistungen in der Schweiz sind vielfältig: Wälder schützen vor Naturgefahren, Landwirtschaftsflächen produzieren Nahrung und für die Trinkwasserversorgung sind Gewässerräume von zentraler Bedeutung. Der Klimawandel verändert diese Leistungen – je nach Region und Dauer unterschiedlich stark. Die in diesem Projekt entwickelten interaktiven Apps, aufgeschlüsselt nach den Sektoren Wald, Landwirtschaft und Wasser, stellen diese Veränderungen räumlich und zeitlich unter verschiedenen Klimaszenarien dar. Ein sektorübergreifendes Dashboard verdeutlicht, welche Regionen der Schweiz vom Klimawandel besonders betroffen sind.
Das Projekt und die Apps basieren auf der Generation der Klimaszenarien CH2018. Sie zeigen entsprechend auch die Auswirkungen des hohen Emissionsszenarios RCP8.5, welches mittlerweile als wenig wahrscheinlich eingestuft wird (siehe MeteoSchweiz-Blog). Trotzdem sind die diskutierten Auswirkungen gemäss RCP8.5-Entwicklung nach wie vor relevant. Dies aus folgenden Gründen:
- Zeithorizont 2060: In NCCS-Impacts liegt der Fokus auf der Periode um das Jahr 2060. Für diesen Zeitraum spielt die Wahl des Emissionsszenarios noch eine untergeordnete Rolle. Die mittleren Änderungswerte gemäss RCP8.5 liegen 2060 in einem Bereich, der auch bei einer moderateren Emissionsentwicklung erreicht werden könnte.
- Konsistenz mit CH2025: Mit dem Fokus auf 2060 unter RCP8.5 betrachten wir eine um etwa 3 Grad wärmere Welt gegenüber der vorindustriellen Zeit. Die lokalen Änderungssignale für 2060 gemäss CH2018 sind konsistent mit den Signalen einer 3-Grad-Welt aus der neuesten Szenarien-Generation Klima CH2025, weisen jedoch eine etwas geringere Erwärmung auf.
- Robustes Risikomanagement: In der Risikobetrachtung dienen Szenarien als Werkzeuge, um die Bandbreite plausibler Entwicklungen aufzuzeigen. Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger können ihre Planungen dann – je nach individuellem Schutzbedarf – innerhalb dieser Bandbreite ansetzen.
Wie wirkt sich der Klimawandel zukünftig auf die Ökosystemleistungen der Schweiz aus? ¶
- Der Klimawandel beeinflusst Ökosystemleistungen sowohl direkt (z. B. durch Temperaturanstieg oder veränderte Niederschläge) als auch indirekt (z. B. durch Veränderungen in der Landnutzung).
- Die direkten Folgen des Klimawandels auf die verschiedenen Ökosystemleistungen sind sehr unterschiedlich und auch unterschiedlich stark.
- Die sich rasant ändernden Klimabedingungen können die Kapazität vieler Ökosysteme übersteigen, sich an die neuen Bedingungen anzupassen.
- Generell überwiegen die negativen Auswirkungen auf Ökosystemleistungen, obwohl es auch Gewinner gibt (z.B. Steigerung landwirtschaftlicher Erträge gewisser Kulturen).
- Anpassungsmassnahmen müssen für jeden Einzelfall separat bewertet werden.
Apps ¶
Interaktive Apps visualisieren pro Sektor die klimabedingten Veränderungen unter den Klimaszenarien mit und ohne globalen Klimaschutz für den Zeitraum 2045 bis 2074. Das Dashboard ermöglicht eine schweizweite Gesamtübersicht.
Publikationen ¶
Projektpartner ¶
- Agroscope (Pierluigi Calanca, Marcio Dos Reis Martins, Kevin Kramer, Chloé Wüst)
- EBP Schweiz AG (Remo Röthlin, Nina Kaczmarek, Andreas Zysset)
- ETHZ, Dept. Umweltnaturwissenschaften, Professur für Waldökologie, ETHZ (Harald Bugmann, Ulrike Hiltner)
- Universität Genf, Institut für Umweltwissenschaften (Anthony Lehmann, Cécilia Barouillet, Sibylle Stöckli)
- WSL, Forschungseinheit Wald- und Bodenökologie, Gruppe Ökosystem-Ökologie (Arthur Gessler, Micah Wilhelm)