05.01.2026 | Lisa Bose | WSL News
Ab 1. Januar 2026 leitet Anita Risch die Forschungseinheit Biodiversität und Naturschutzbiologie der Eidg. Forschungsanstalt WSL. Die Ökologin und Privatdozentin an der ETH Zürich erforscht die Wechselwirkungen und Funktionen von Tieren, Pflanzen und Bodenlebewesen in Ökosystemen weltweit.
Anita Risch erforscht die Auswirkungen globaler Veränderungen auf die Biodiversität, Ökosystemfunktionen und -prozesse. Im Fokus stehen dabei menschengemachte Phänomene wie Landnutzungsveränderungen, die Fragmentierung von Lebensräumen und die Übernutzung und Überdüngung von Böden. Ihre Experimente führt sie in den unterschiedlichsten Weltregionen und Ökosystemen durch – vom Schweizerischen Nationalpark über den Yellowstone Nationalpark und die afrikanische Serengeti bis zur südamerikanischen Pampa.
Risch veröffentlichte über 160 Fachartikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, aber auch immer wieder Publikationen für die breite Öffentlichkeit. Beispielsweise verfasste sie zum «Zaunexperiment» im Schweizerischen Nationalpark sowohl einen Fachartikel in der renommierten Zeitschrift Nature Communications als auch ein allgemein verständliches Sachbuch. In diesem Experiment schlossen Forschende mit Zäunen diverser Maschenweiten Pflanzenfresser aller Grössen von Testflächen auf subalpinen Rasen aus, um die Einflüsse von Hirsch, Murmeltier, Heuschrecke und Co. auf Vegetation und Boden zu untersuchen. Ein ähnliches Experiment führte Risch in Australien durch, wo sie den Einfluss von Schafen und Kühen auf den Boden und Pflanzen mit demjenigen von Beuteltieren und Insekten verglich. Auch in Südamerika untersucht sie die Bedeutung von Kühen in Weideflächen. Insbesondere interessiert sie, wie dank diesen die Funktionen im Ökosystem erhalten werden können, da die meisten grossen natürlich vorkommenden Herbivoren in Südamerika ausgerottet wurden.
Für ihre interdisziplinäre Forschung arbeitet Risch häufig in internationalen Netzwerken, wobei sie ihr Talent dafür bewies, Kolleginnen und Kollegen der unterschiedlichsten Hintergründe zusammenzubringen und zu leiten. Risch hat einen Master in Biologie von der ETH Zürich und in Forstwissenschaften von der Michigan Technological University, USA. Sie habilitierte an der ETH Zürich zur Privatdozentin. An der WSL leitete sie seit 2006 eine Forschungsgruppe und betreute zahlreiche Master-Studierende, Doktorierende und PostDocs. Seit Oktober 2023 ist Risch Mitglied der WSL-Direktion.
Als Leiterin der Forschungseinheit möchte sich Risch zusammen mit ihren Mitarbeitenden dafür einsetzen, dass die WSL weiterhin exzellente Forschung und Umsetzung im Bereich Biodiversität und Naturschutzbiologie betreibt. Denn: «Der Verlust der Artenvielfalt und der dazugehörigen Funktionen und Prozesse ist ein riesiges, ungelöstes Problem. Ich möchte dazu beitragen, die Verluste zu stoppen und, soweit möglich, auch wieder rückgängig zu machen.» Risch folgt auf Kurt Bollmann, der die Forschungseinheit seit Oktober 2024 ad interim leitete.
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