WSL-Forschung über Megadürren gewinnt Frontiers Planet Prize

Der WSL-Forscher Liangzhi Chen hat ein globales Inventar von mehrjährigen, grossflächigen Dürren erstellt (siehe WSL-News). Dafür wurde er nun zum Schweizer Landessieger des Frontiers Planet Prize 2026 gekürt.

Der Frontiers Planet Prize zeichnet Forschungsarbeiten aus, die praktische, anwendbare Lösungen vorantreiben, um die Ressourcen der Erde nicht überzustrapazieren. Die Frontiers Research Foundation (siehe Kasten) mit Sitz in Lausanne verleiht den Preis seit 2022. Hundert führende Experten für Nachhaltigkeit und planetare Gesundheit wählen 25 Landessieger aus den 70 teilnehmenden Ländern. Drei dieser Landessieger werden im Laufe dieses Jahres zu «International Champions» gekürt und mit jeweils einer Million US-Dollar ausgezeichnet, um die Wirkung ihrer Forschung zu beschleunigen und auszubauen.

Für die Schweiz geht Liangzhi Chen ins Rennen, der in der WSL-Gruppe Ökosystem-Ökologie forscht. Er wird für die im Fachjournal Science veröffentlichte Forschungsarbeit «Global increase in the occurrence and impact of multiyear droughts», die im Rahmen des WSL-Forschungsprogramms Extremes entstanden ist, geehrt. «Mehrere Jahre dauernde Dürren sind keine seltenen Anomalien mehr; sie sind ein aufkommendes Merkmal einer sich erwärmenden Welt», betont der Forscher. Ihre Auswirkungen erfordern dauerhaftes, koordiniertes Handeln, das auf der Erdsystemforschung basiert.

«Indem meine Forschung das Risiko mehrjähriger Dürren sichtbar, messbar und vergleichbar macht, soll sie dies unterstützen. Die Forschungsergebnisse bieten Werkzeuge, um die Politik zu informieren, Investitionen zu lenken und die Zusammenarbeit über Grenzen und Sektoren hinweg zu fördern. So hilft sie sicherzustellen, dass menschliche Aktivitäten mit der Resilienz des Erdsystems vereinbar bleiben, von dem wir alle abhängen», sagt Chen. 

Die Verleihung des Frontiers Planet Prize findet am 18. Januar 2027 in Davos im Rahmen des Weltwirtschaftsforums WEF statt.

Über die Frontiers Research Foundation
Die Frontiers Research Foundation ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Lausanne, Schweiz, die von Kamila und Henry Markram, Neuroforschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), gegründet wurde. Sie sammelt Spenden zur Unterstützung von Programmen, die wissenschaftliche Lösungen für ein gesundes Leben auf einem gesunden Planeten vorantreiben.

Über den Frontiers Planet Prize
Der Frontiers Planet Prize ist ein globaler Wettbewerb für Forschende und Forschungseinrichtungen, bei dem Lösungen vorgeschlagen werden sollen, die dazu beitragen, dass der Planet innerhalb des sicheren Handlungsraums einer oder mehrerer der neun planetarischen Grenzen bleibt. Er wurde von der Frontiers Research Foundation am Earth Day 2022 ins Leben gerufen, um die globale wissenschaftliche Gemeinschaft zu mobilisieren, ihn auf höchstem Niveau zu gestalten und zur Beschleunigung konkreter Lösungen für die durch die planetarischen Grenzen definierten Herausforderungen beizutragen. Bis heute hat er Hunderte von Wissenschaftlern, 24 nationale Akademien der Wissenschaften sowie über 730 führende Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammengebracht, die um drei Preise in Höhe von jeweils 1 Million US-Dollar konkurrieren, die von einer Jury aus 100 führenden Nachhaltigkeitswissenschaftlern vergeben werden.
 

Kontakt