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Das Wissen über Ozon nimmt seit 15 Jahren ab

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Das Wissen über Ozon hat bei der Bevölkerung trotz zahlreicher Informationen im Internet tendenziell abgenommen. Dies zeigt die Analyse aller Antworten zu einem Ozon-Quiz, das die Eidg. Forschungsanstalt WSL seit 18 Jahren betreibt.

 

Nach dem warmen und ozonreichen Sommer 2018 haben sich Forschende der WSL gefragt, ob das Wissen über Ozon und seine Auswirkungen in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Eine Auswertung der seit 18 Jahren gesammelten Antworten zu einem eigens entwickelten Ozon-Quiz sollte diese Frage beantworten.

Im Gegensatz zu den Erwartungen der Forschenden nahm die Anzahl richtiger Antworten im Ozon-Quiz seit dem Jahr 2000 um 12% ab, obwohl stets 82 % der Teilnehmenden den Schwierigkeitsgrad des Quiz für angemessen hielten. "Diese Abnahme überrascht mich sehr, denn die Teilnehmenden sind ja als atmende und die Umwelt beobachtende Wesen selbst von der Luftqualität betroffen, müssten also sehr interessiert sein", sagt die Biologin Madeleine Günthardt-Goerg, die das Quiz massgeblich mit entwickelte.

Interessanterweise wurde jeder fünfte Teilnehmer durch persönliche Kontakte auf das Quiz aufmerksam, und das mit steigender Tendenz über die Jahre. Dies ergab die Auswertung einer der insgesamt 42 Fragen. Die Anzahl der am Quiz Teilnehmenden nahm in den ersten Jahren zu, erreichte im heissen und ozonreichen Jahr 2003 dann ein Maximum und nahm anschliessend langsam ab. "Der Rückgang könnte damit zusammenhängen, dass die Berichterstattung über die aktuelle Ozonkonzentration zunehmend zur Routine geworden ist, während Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an Bedeutung gewannen", vermutet Günthardt-Goerg. Ein weiterer Grund dürften die veränderte Nutzungsgewohnheiten des Internets sein. Denn zu dem Quiz gibt es leider keine App, so dass dieses von den heute gängigen Smartphones und Tabletts nur über das Internet angesteuert werden kann.

Hohe Ozonwerte im Sommer 2018

Die Schädigungen durch Ozon sind allerdings weiterhin topaktuell. Die Ozonkonzentrationen überschreiten immer noch die Grenzwerte in der Schweiz (im Juli 2018 an den meisten Tagen). Insbesondere in Schwellenländern mit wachsendem  Lebensstandard sind die Ozon-Konzentrationen vor allem in den Städten besorgniserregend hoch. Mediziner gehen daher davon aus, dass Atemwegserkrankungen bis 2050 auch bei gleichbleibenden Ozonkonzentrationen stark zunehmen werden und die Anzahl vorzeitiger Todesfälle durch Atemprobleme weltweit auf 1.5 bis 2.5 Millionen ansteigen wird. Auch die sichtbaren Schädigungen an Pflanzen zeigen, dass es weiterhin wichtig ist, das Wissen über Ozon und seine Auswirkungen zu erweitern.

 

Die Eidg. Forschungsanstalt WSL entwickelte Im Jahr 2000 ein Quiz über bodennahes Ozon. Sie wollte der Bevölkerung ermöglichen, ihr Wissen über Ozon und dessen Wirkungen zu testen und gegebenenfalls zu erweitern. Es enthält 42 häufig gestellten Fragen über Ozon und seine Wirkungen zu drei Teilgebieten (Chemie, Pflanzen, Mensch). Die Antworten wurden anonym via Internet gesammelt. Insgesamt erhielten die Forschenden der WSL 21‘656  Datensätze.

 

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