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Keine Asiatischen Laubholzbockkäfer mehr im Kanton Freiburg

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27.02.2019  | Reinhard Lässig  |  News WSL

 

Der Asiatische Laubholzbockkäfer, ein gemäss der Verordnung über Pflanzenschutz besonders gefährliches Insekt, das im Kanton Freiburg 2011 in Brünisried und 2014 in Marly nachgewiesen wurde, konnte nach mehreren Jahren Bekämpfung erfolgreich ausgerottet werden.

 

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein aus Ostasien stammendes Insekt, das gesunde Laubbäume befällt. Er kann ihnen schwere Schäden zufügen, bis hin zum Absterben der Bäume. Aus diesem Grund wird der Käfer in der Bundesverordnung über Pflanzenschutz als besonders gefährlich eingestuft. Die Kantone sind verpflichtet, dieses Insekt im Sinne der Tilgungsstrategie des Bundes zu bekämpfen.

Der schweizweit grösste Befallsherd dieser Insektenart wurde 2014 in Marly entdeckt. Der Kanton Freiburg ergriff in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Marly, dem Bundesamt für Umwelt BAFU und der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL strenge Massnahmen, wie das Fällen zahlreicher Bäume und intensive Kontrollen an verbleibenden Bäumen. Diese Kontrollen wurden durch Baumkletterer und speziell dafür ausgebildete Spürhunde durchgeführt.

 

Erfolgreicher Kampf gegen den Laubholzbockkäfer

Die Massnahmen erwiesen sich als äusserst effizient, denn seit 2014 gab es keine weiteren Anzeichen für einen Befall. Damit ein Herd als getilgt gilt, müssen gemäss Vorgabe des Bundes während 4 Jahren intensive Kontrollen durchgeführt werden, ohne dass Anzeichen für eine neuerliche Präsenz des Käfers auftreten.

Ein weiterer Befallsherd von geringerem Ausmass wurde 2011 in Brünisried FR entdeckt und Ende 2017 als getilgt eingestuft. Wie sich 2014 herausstellte, stand dieser Befallsherd in Zusammenhang mit jenem in Marly, da befallenes Holz aus Marly 2011 oder zuvor nach Brünisried transportiert worden war, noch ehe die Befälle bekannt waren.

Die Kontrollen werden nun an beiden Orten abgeschlossen, der Befallsherd in Marly gilt seit Ende 2018 offiziell als getilgt. Die Präventionsmassnahmen (Verbot von Holztransporten, obligatorisches Häckseln, Anpflanzungseinschränkungen usw.), die durch eine kantonale Verordnung eingeführt worden waren, sind aufgehoben. Im Kanton Freiburg ist derzeit kein Befallsgebiet des Asiatischen Laubholzbockkäfers bekannt.

Kostenintensive Bekämpfung

Die externen Kosten zulasten des Staates Freiburg betragen 2 390 100 Franken für Marly und 234 380 Franken für Brünisried, d. h. insgesamt 2 624 480 Franken. Dank der Ergänzung des eidgenössischen Waldgesetzes und weil sich Schutzwald im Bekämpfungsgebiet befand, konnte sich der Bund an den Kosten beteiligen. Die Nettokosten nach Abzug der Bundessubventionen liegen bei 1 658 754 Franken.

Einer der Erfolgsfaktoren ist namentlich die gute Zusammenarbeit zwischen dem Kanton, der Bevölkerung und den erwähnten Partnerinstitutionen. Beim Umgang mit dieser ausserordentlichen Situation wurden zahlreiche Erkenntnisse gewonnen, die auch in anderen Befallsgebieten im In- und Ausland von Nutzen sein können und die in die Vollzugshilfe Waldschutz des BAFU eingeflossen sind.
Um den Einwohnerinnen und Einwohnern von Marly für die gute Zusammenarbeit zu danken, offeriert der Kanton den Eigentümern von Parzellen in der «Kernzone» (in der die Bäume gefällt wurden), die dies wünschen, einen Obstbaum, der kostenlos angepflanzt wird. Die betroffenen Personen erhalten weitere Informationen in einem Schreiben, im Gemeindeblatt und auf der Website der Gemeinde.

  

Zu den Aufgaben der Eidg. Forschungsanstalt WSL gehört es, die Käfer in allen Entwicklungsstadien eindeutig zu bestimmen und die fachliche Beratung und Begleitung während des gesamten Monitoringzeitraums zu gewährleisten. Die WSL stellte ihren Partnern bei Bund, Kantonen, Gemeinden und mitwirkenden freischaffenden Fachleuten zudem präpariertes Anschauungs- und Probematerial für die Öffentlichkeits- und Spürhundearbeit zur Verfügung und führte Schulungen durch. Sie führte zudem Holzbestimmungen und Altersabklärungen des Käferbefalls sowie genetische Analysen durch. So konnte u.a. der Zusammenhang des Befalls in Marly mit dem Fund in Brünisried bestätigt werden.

 
 

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