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Professur für Jahrringforscher mit Passion für Vulkane

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In seiner Arbeit untersucht Paolo Cherubini von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, was Jahrringe über historische Vulkanausbrüche oder aktuelle Luftverunreinigungen verraten können. Der Jahrringforscher wurde nun zum Titularprofessor an der University of British Columbia (UBC) in Kanada ernannt.

 

Die Umweltbedingungen eines Baumes spiegeln sich im Wachstum seiner Jahrringe nieder. Deshalb ist altes Holz auch nach dem Absterben eines Baumes ein einzigartiges Archiv für das vergangene Klima, für Insektenbefall und viele andere Störungen, zum Beispiel Vulkanausbrüche und Luftschadstoffe.

Lassen sich Vulkanausbrüche anhand von Jahrringen nicht nur datieren, sondern sogar künftige vorhersagen? Diese kühne These hat der Dendrochronologe Paolo Cherubini untersucht. Anlass war, dass im Holz von Bäumen an der Flanke des Ätna kurz vor einer Eruption ein Wachstumsschub nachweisbar war. Zwar bleibt die Vorhersagekraft der Beobachtung begrenzt, doch Cherubini und seine Kollegen konnten zeigen, dass die Jahrringe kurz vor einer Eruption vulkanische CO2-Gase aufgenommen hatten und deren Spuren dabei helfen könnten, vergangene Vulkanausbrüche zu rekonstruieren.

Schadstoffbelastung über Jahre verfolgen

In anderen Untersuchungen hat Cherubini erkundet, wie Verkehrsabgase in den Jahrringen «gespeichert» werden. Den Resultaten zufolge kann die Konzentration von Schadstoffen im Holz Hinweise darauf geben, wie sich die Belastung am Standort über die Jahre hinweg entwickelt hat. Cherubini führt seine Untersuchungen am Jahrringlabor der WSL durch, dem grössten in Europa.

Damit auch die Studierenden im waldreichen Kanada von Cherubinis Erfahrung profitieren können, hat dieser nun eine Titularprofessur im Department of Forest and Conservation Sciences der renommierten UBC in Vancouver B.C. angenommen. Cherubini hat in Florenz Forstwissenschaften studiert und in Basel in Botanik promoviert. Seit 1996 forscht er an der WSL. Er ist Redakteur von zahlreichen Fachjournalen und hat selbst fast 300 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Er wird weiterhin an der WSL forschen und auch als Dozent an der Universität Zürich lehren.

 

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