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Ökophysiologin zur Assistenzprofessorin von WSL und EPFL berufen

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24.09.2019  | Beate Kittl | News WSL 

 

Wie Landökosysteme auf die Klimaveränderung reagieren, ist das Forschungsthema von Charlotte Grossiord von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Nun ist sie zur Tenure-Track-Assistenzprofessorin der EPFL und der WSL berufen worden.

 

Wie wirkt sich die Klimaerwärmung auf Pflanzen aus - und damit auf die für den Menschen wichtigen Funktionen und Leistungen von Wäldern? Diese Frage treibt Charlotte Grossiord, Ökophysiologin an der WSL, schon während ihrer ganzen wissenschaftlichen Karriere um. In ihrem Doktorat an der Lorraine Universität und dem INRA-Nancy in Frankreich hat sie erkundet, wie die Baumartenvielfalt den Wasser- und Kohlenstoffhaushalt von Bäumen beeinflusst. Dabei konzentrierte sie sich im Besonderen auf die Widerstandskraft der Pflanzen gegen Extremereignisse. In ihrem PostDoc am Los Alamos National Laboratory in den USA untersuchte Grossiord, wie sich Wälder an immer stärkere Dürrephasen bei höheren Temperaturen anpassen.

Seit 2018 forscht Charlotte Grossiord an der WSL, unterstützt durch das Nationalfonds-Förderprogramm «Ambizione». Sie untersucht, wie Bäume auf ein wärmeres und trockeneres Klima reagieren und wie die Artenzusammensetzung die negativen Einflüsse abfedern könnte. Dazu setzt sie junge Bäumen in den 16 Klimakammern der WSL unterschiedlichen Umweltbedingungen aus. Die Experimente kombiniert sie mit Computermodellierungen, Beobachtungen in natürlichen Ökosystemen sowie Daten aus nationalen und internationalen Waldinventuren. So versucht sie die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf möglichst vielen Ebenen zu verstehen: Wie reagiert der Stoffwechsel, wie verändert sich das Zusammenspiel von Individuen und Arten im Wald und wie variieren die Reaktionen über kontinentale oder gar globale Dimensionen hinweg.

Damit sie weiter an derartigen Themen forschen kann, haben EPFL und WSL sie nun gemeinsam zur Tenure-track-Assistenzprofessorin berufen. Mit ihrem neuen Team will sie zum Beispiel Forschungsflächen bei Lausanne anlegen, um den Waldzustand langfristig zu verfolgen, aber auch Forschungsarbeiten im WSL-Bewässerungsprojekt Pfynwald und in den Klimakammern in Birmensdorf durchzuführen. Das Ziel ist es, möglichst viele Informationen zu gewinnen, wie es um die vielen, für den Menschen wichtigen Services des Waldes – sauberes Wasser und saubere Luft, Holzproduktion, CO2-Speicherung, Biodiversität oder Erholung – in Zukunft bestellt sein wird. Damit wird die Bevölkerung informierte Entscheidungen treffen können darüber, wie sie mit dem Klimawandel umgehen will.

Charlotte Grossiord übernimmt am 1. März 2020 die Leitung des WSL-Standorts Lausanne. Ihre Gruppe gehört dann zur Forschungseinheit Ökologie der Lebensgemeinschaften.

 
 

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