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Neue Methode zur Bestimmung der Unterschiede in Struktur und Bewirtschaftung von Weinbergen

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Die Weinberge südlich der Alpen unterscheiden sich in Bezug auf die Produktionskosten sowie ihrem ökologischen und landschaftlichen Beitrag erheblich. Eine neue Methode unterteilt sie in fünf Kategorien, welche ihre strukturelle Komplexität berücksichtigen. Die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL und die Weinbau-Vereinigung Federviti illustrieren heute Nutzen und praktische Anwendung an einer Medienkonferenz im Forschungscampus Cadenazzo.

 

Das langfristige Ziel des Weinbaus im Tessin und Misox ist, Produktionsqualität mit nachhaltigem Wirtschaften zu verbinden. Um dieses Ziel zu erreichen und den Weinsektor auf künftige Herausforderungen (Globalisierung der Märkte, veränderter Geschmack der Bevölkerung, zunehmende Rebkrankheiten, Klimawandel) vorzubereiten, ist eine genaue Kenntnis der aktuellen Struktur- und Produktionsmerkmale unerlässlich. In diesem Zusammenhang stehen die bisher durchgeführten Studien über das Terroir und die ökologische Vielfalt der Südschweizer Weinberge zu sehen, deren Ergebnisse 2017 in einer umfangreichen Publikation der Società Ticinese di Scienze Naturali veröffentlicht wurden.

 

Die vorliegende Studie, die auf Initiative der Sektionen Bellinzona-Mesolcina und Locarno der Federviti-Vereinigung erstellt wurde, stellt einen weiteren Schritt in diese Richtung dar, mit dem spezifischen Ziel, eine Methodik zu entwickeln, die es ermöglicht, die strukturelle und betriebswirtschaftliche Komplexität von Weinbergen im Detail zu beschreiben.

Das Forschungsgebiet entspricht dem Gebiet der beiden beteiligten Federviti-Sektionen Bellinzonese und Moesano sowie Locarnese und Täler. Die entwickelte Methodik ist kostengünstig, da sie auf vorhandenen kartographischen Informationen basiert und die Bewertung der strukturellen und verwaltungstechnischen Komplexität der Weinberge durch ein halbautomatisches Verfahren ermöglicht. Es basiert auf den folgenden drei objektiven Kriterien: Landschaftskontext und -ränder, Zugangsbedingungen (Entfernungs- und Höhenunterschied zur nächsten Straße) und Bewirtschaftungsbedingungen (Neigung und Grenzen der Parzelle).

Das Endergebnis ist die Zuordnung jeder Weinbaufläche zu einer von fünf Kategorien struktureller Komplexität. Diese reichen vom erleichtertem bis hin zu heroischem Weinbau. Im konkreten Fall der Fallstudie weist die Hälfte der Weinbaufläche einen hohen Grad an Komplexität auf, der von schwierigem (30%), anspruchsvollem (13,8%) bis hin zu heroischem (5,7%) Weinbau reicht, während die restlichen Prozentsätze zu gleichen Teilen auf die erleichterte und leichte Kategorie verteilt sind.

Die Ergebnisse dieser Studie liefern eine wichtige Informationsbasis sowohl für die Raumplanung als auch für weitere vertiefende Studien. Mögliche Themen für zukünftige Forschungen sind: Zusammenhang zwischen Struktur- und Bewirtschaftungsmerkmalen und dem ökologischen Wert von Weinbergen, Anpassungsfähigkeit aktueller Strukturen an den Klimawandel, Landschaftswahrnehmung der verschiedenen Weinbergtypen durch die Bevölkerung sowie die Analyse der historischen Entwicklung der Weinbauflächen.

 

Fotos und Grafiken

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Il paesaggio viticolo a sud delle Alpi è molto variato.
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La ricerca aveva come area di studio il comprensorio delle due sezioni della Federviti coinvolte, vale a dire Bellinzonese, Moesano, Locarnese e valli.
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La superficie vignata è stata scomposta in unità di valutazione (piastrelle) di 5 x 5 metri.
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Sulla base delle caratteristiche osservate ogni piastrella ha ricevuto un numero di punti. In seguito si è calcolata la media per ogni vigneto.
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In base alle media dei punti, ogni vigneto è stato assegnato a una delle cinque categorie.
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Metà dell’area vitata oggetto dello studio ha un grado di complessità elevato, che va da una viticoltura difficoltosa a impegnativa fino a eroica, mentre le rimanenti percentuali sono suddivise in maniera equa tra la categoria agevolata e facilitata.
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Cartografia che illustra i risultati dello studio, all'esempio del comune di Gudo.
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Graziano Carrara, Mirto Ferretti, Marco Conedera - Campus di ricerca Cadenazzo
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Cristina Haldemann, Mitautorin der Studie
  

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