03.06.2026 | Beate Kittl | WSL News
Klimawandel und internationaler Handel setzen Schweizer Wälder unter Druck und begünstigen Krankheiten und Schädlinge. Gleichzeitig gibt es positive Signale und neue Beobachtungen. Der Waldschutzüberblick 2025 der WSL-Fachstelle Waldschutz Schweiz zeigt neue Trends und gibt Einblicke in Fachthemen.
- Der Hitzesommer 2025 und die regionale Trockenheit führten in vielen Wäldern zu vorzeitiger Blattverfärbung, Stresssymptomen und Baumsterben.
- Neue Schadorganismen breiten sich aus: Erstmals wurde der invasive Bockkäfer Psacothea hilaris im Schweizer Freiland entdeckt.
- Verschiedene Symptome an Ahorn: Die verlässliche Baumart steht zunehmend unter Stress.
- Hoffnung für die Esche: Forschende identifizieren zunehmend resistente Bäume und starten neue Projekte zur Erhaltung der Baumart.
Das Jahr 2025 war – ausser im Herbst – sehr warm mit Hitzewellen im Juni und August und einem relativ trockenen Jahresstart. Abiotischer Stress fördert Baumsterben und komplexe Krankheitsbilder. Ein Bericht dazu zeigt die Zusammenhänge auf.
Ausserdem fand 2025 erstmals die Gebietsüberwachung von acht Quarantäneschadorganismen, also besonders gefährlichen, invasiven Schadorganismen wie dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB), flächendeckend in der ganzen Schweiz statt. Zwei Freilandbefälle des Käfers stehen weiterhin unter Tilgung.
Die wichtigsten Themen des Waldschutzüberblicks 2025:
- Klima und Waldgesundheit: Der Sommer 2025 gehörte zu den heissesten seit Messbeginn. Hitze und Trockenheit führten regional zu vorzeitiger Blattverfärbung, Kronenschäden und Gesundheitsrückgang bei verschiedenen Baumarten. Ahorn, eine bisher als robust betrachtete Baumart, zeigt zunehmend Stresssymptome. Die Lärche litt unter Spätfrost und Kahlfrass.
- Neue und stärker aktive Schadorganismen: Auffällige Schäden verursachten unter anderem die Kiefernblutzikade im Jurabogen sowie komplexe Pilzinfektionen an Bergahornen. Zudem wurde mit Psacothea hilaris erstmals ein invasiver Bockkäfer im Schweizer Freiland beobachtet und von den italienischen Alpen nähert sich ein schweres Tannentriebsterben.
- Insekten: Rückgang der Borkenkäferschäden, regional dritte Buchdruckergeneration und neue Risiken durch wärmeliebende Arten.
- Pilze: Grösster bisher bekannter Befall des Ahornstammkrebses Eutypella parsitica, Schäden an Lärche und Föhren durch verschiedene Krankheiten und neue Beobachtungen zur Weissfleckenkrankheit. Einen Hoffnungsschimmer gibt es für die Esche: Die WSL intensiviert ihre Forschung zu resistenten Eschen-Genotypen.
- Bakterien: Forschung zu gefährlichen Erregern wie Xylella fastidiosa wird ausgebaut und auffällige Schleimflüsse an Linden untersucht.
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