Navigation mit Access Keys

Die Bedeutung des Kleinstandortes

Hauptinhalt

 

Die Auswahl des Saat- oder Pflanzortes ist von grösster Bedeutung für den Erfolg einer Aufforstung. In hohen Lagen entscheiden minimale Standortsunterschiede über den Anwuchserfolg.

Verjüngungsfreundliche Standorte

Günstige Standorte sind meist Geländeerhöhungen wie Rippen, Kuppen, Hangkanten, die Bereiche um alte Baumstrünke oder liegengelassenes, zum Hang quer gefälltes Baumholz.

 
Bild 1 von 4
Auf Moderholz siedelt sich häufig natürliche Verjüngung an.
Bild 3 von 4
 

Verjüngungsfeindliche Standorte

Ungeeignete Kleinstandorte für eine Aufforstung sind nasse, kühle und krautreiche Geländevertiefungen (Mulden) welche spät Ausapern. Kein schematisches Auspflanzen über solche Standorte hinweg, da mit Pilzerkrankungen gerechnet werden muss. Auch Vegetationskonurrenz durch Pestwurz, Alpendost und dichtes Reitgras sind problematisch. In Schlagfluren mit Brombeeren, Himbeeren und Adlerfarn ist ein aufkommen der Verjüngung fraglich und sicher mit mehrjährigen, aufwendigen Pflegearbeiten verbunden.

 
Bild 1 von 4
Bild 2 von 4
Keine natürliche Verjüngung in Hochstauden.
Bild 4 von 4
Lange Schneebedeckung fördert Pilzerkrankungen und mechanische Beschädigungen.
 

Sonnige und trockene Standorte

Auf trockenen, warmen Südhängen sind extreme Temperaturschwankungen der Bodenoberfläche und heftige Sonneneinstrahlung limitierende Faktoren für junge Bäume. Bei der Bodenbearbeitung zur Anlage der Pflanz-und Saatstellen ist darauf zu achten, dass die Vegetation nicht grossflächig entfernt wird. Auf ein vollständiges Ausmähen der Kulturen soll verzichtet werden, damit die Bäume leicht beschattet bleiben. Nur bei starker Vegetationskonkurrenz ist eine Pflege ratsam. Bei der Wahl von Saatstellen ist eine zusätzliche Beschattung durch Altbäume über die Mittagszeit erwünscht. Eine weitere erfolgversprechende Variante am Südhang, ist das leichte Abdecken der Verjüngung mit Fichten-oder Tannenreisig, um eine "Überhitzung" der Keimlinge, Sämlinge und Recklinge zu verhindern.

  

Kalte und schattige Standorte

Auf kühlen, schattigen Nordhängen ist meist die Temperatur der beschränkende Faktor. Dort haben Saat-und Pflanzorte mit Sonneneinstrahlung während der Vegetationsperiode bessere Keimungs-und Anwuchsbedingungen (Sonnenkompass verwenden). Ein Entfernen der Krautschicht ist angebracht, damit Pflanzungen oder Saaten zusätzliche Wärme erhalten. Aufforstungen und Saaten im Schatten von Bestandesrändern oder unter Trauf von Altbäumen haben wenig Erfolgsaussichten.

 

Eine mögliche Hilfsmassnahme um den Anwuchserfolg an kalten Schatthängen zu verbessern, kann eine Terassierung (Bermen) sein. Solche Tellerbermen bringen mehr Wärme in den Boden und bieten den Bäumen eine gute Starthilfe.