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Waldentwicklung und Monitoring

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Schleichende Veränderungen im Wald lassen sich nur durch langfristige Umweltbeobachtungen aufdecken. Manche der Datenreihen der WSL sind schon über hundert Jahre alt.

 

Am Anfang stand die Not: Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Menschen den Wald übernutzt und Hochwasser waren ein grosses Problem. Die 1885 gegründete Centralanstalt für das forstliche Versuchswesen sollte die Zusammenhänge erforschen und die Waldentwicklung überwachen. Sie richtete 1888 die ersten Versuchsflächen zum Holzertrag ein, 1896 gab es bereits 459 Flächen. Die Untersuchungen werden heute unter dem Begriff «experimentelle Waldbewirtschaftung» fortgesetzt.

Die wachsenden Bedürfnisse nach repräsentativen Informationen über Zustand und Entwicklung des Schweizer Waldes führten zum Landesforstinventar LFI. Seit 1983 liefert das LFI periodisch Fakten zur Entwicklung der Wald- und Holzressourcen, dem Zustand unserer Schutzwälder und zur Qualität des Waldes als Erholungsraum sowie als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zudem beobachten wir die ungestörte, natürliche Waldentwicklung in Naturwaldreservaten.

«Waldsterben»-Debatte

Im Zuge der «Waldsterben»-Debatte in den 1980er Jahren wurde nicht nur das Benzin entbleit, der Katalysator sowie Tempo 120/80 eingeführt, sondern auch das von der WSL geleitete Sanasilva-Programm sowie die Langfristige Waldökosystem-Forschung LWF gestartet. Wir untersuchen darin den Einfluss von Luftschadstoffen auf den Wald sowie die Kohlenstoff-, Nährstoff- und Wasserkreisläufe. Ziel ist es, zu klären, wie sich menschengemachte und natürliche Belastungen langfristig auf den Wald auswirken, und welche Risiken für Mensch und Umwelt damit verbunden sind.

Solche Fragen können nur beantwortet werden, wenn wir den Wald über viele Jahre beobachten. Sonst ist es unmöglich, zufällige Schwankungen von Entwicklungstrends zu unterscheiden.

Wenn neue Fragen auftauchen, zum Beispiel wie die Bevölkerung den Wald nutzt, kommen neue Monitoring-Projekte hinzu. Mit neuesten Sensoren und Datenübermittlungstechniken messen wir etwa im Projekt TreeNet kontinuierlich das Baumwachstum und auch Umweltfaktoren wie die Bodentrockenheit. Die Daten können sofort übertragen und online beobachtet werden und dienen somit als Frühwarnsystem zum Beispiel für Wassermangel.

Unsere Monitoringprojekte überwachen insgesamt eine grosse Bandbreite von Einflüssen: Klimawandel, Gesundheit und Gehölzvielfalt des Waldes, Waldflächenveränderungen, Holznutzungs-Potenziale, mechanische Stabilität und Verjüngung im Schutzwald, sowie die qualitative Entwicklung der Waldhabitate und des Erholungswaldes. Sie liefern zentrale Grundlagen für Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft. Ausserdem dienen sie als Frühwarnsysteme für die Gesellschaft sowie als Kontrolle für den Erfolg von Massnahmen im Naturschutz, in der Forstwirtschaft und im Naturgefahrenmanagement.

Damit diese Messreihen optimal zum Einsatz kommen können, müssen sie langfristig fortgeführt, die Daten dauerhaft archiviert und der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden. Wir entwickeln deshalb aktuell im Projekt ENVIDAT ein Datenportal für langfristige Umweltdaten.

 

Themen

Sanasilva-Inventur

Die Sanasilva-Inventur erfasst seit 1985 den Gesundheitszustand der Schweizer Waldbäume, vor allem anhand der Kronenverlichtung und der Sterberate.

Langfristige Waldökosystemforschung LWF

Wir erforschen, wie sich Belastungen langfristig auf den Wald auswirken und welche Risiken für den Menschen damit verbunden sind.

Landesforstinventar LFI

Das LFI erfasst seit 1983 kontinuierlich Zustand und Veränderungen des Schweizer Waldes. Die Erhebungen finden alle neun Jahre statt.

Modellierung der Waldentwicklung

Wir modellieren die zukünftige Waldentwicklung, um deren Folgen für Waldleistungen, -politik und Berichterstattung abschätzen zu können.

TreeNet

TreeNet ist ein Sensoren-Netzwerk zur Messung der Stammdicke von Bäumen. Dies erlaubt Schlüsse auf deren Wachstum und die Reaktionen auf Trockenheit.

 

Weiterführende Informationen