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Integrales Gewässermanagement
© WSL, Eawag, ETHZ, EPFL
 

Bautypen und Bauweisen

   
 

Gerinne können sowohl einseitig als auch zweiseitig aufgeweitet werden. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Gerinne, die an beiden Ufern aufgeweitet werden mehr Entwicklungsdynamik zeigen als einseitige Aufweitungen. Darüber hinaus kann es bei Gerinnen, die nur auf einer Seite aufgeweitet werden längere Zeit dauern, bis der zur Verfügung gestellte Raum vom Gewässer angenommen wird.

 

Bauweisen:

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Dynamische Eigenentwicklung

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Dynamische Eigenentwicklung mit Initialmassnahme

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Maschinelle Aufweitung

     
 

Die verschiedenen Bauweisen unterscheiden sich im Grad des menschlichen Eingriffs:

 
 
Dynamische Eigenentwicklung
 
 

Es wird lediglich die Uferbefestigung entfernt. Danach wird die Bildung der Aufweitung der natürlichen Gewässerdynamik überlassen. Die Entwicklung der Aufweitung ist ereignisabhängig. Je nach Hochwasserhydrologie kann die Aufweitung des Gerinnes mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Zudem konnte bei Flüssen mit Erosionstendenz eine über Jahre stabile Gerinneführung beobachtet werden, d.h. der zur Verfügung gestellte Platz wurde nicht in Anspruch genommen und es haben praktisch keine morphologische Gerinneveränderungen stattgefunden.

Zu Beginn des Entwicklungsprozesses werden seitlich keine Ufersicherungen vorgenommen. Daher ist die Entwicklung der Aufweitung stetig zu beobachten. Gegebenenfalls ist mit Hilfe von wasserbaulichen Massnahmen korrigierend einzugreifen. Hierbei haben sich das Prinzip der Diskussions- u. Interventionslinie bewährt. Die Rückführung des Abflusses am unteren Ende der Aufweitung muss in jedem Fall sichergestellt sein (bauliche Maßnahmen).

 
       
     
 

Abb.1: Dynamische Eigenentwicklung

   
       
 
Dynamische Eigenentwicklung mit Initialmassnahmen
   
  Wie bei der dynamischen Eigenentwicklung wird bei dieser Bauweise die Hauptarbeit dem Fluss selbst überlassen. Die Bildung der Ausweitung wird jedoch durch Initialmassnahmen (z.B. Uferabsenkungen, Aufschüttung von Inseln) beschleunigt, so dass die morphologische Gerinneveränderung und Neuschaffung von Auenlebensräumen relativ schnell zum Tragen kommen. Aus Sicht der "Ökologie" ist dies daher die favorisierte Massnahme. Auch bei dieser Massnahme sollte das Prinzip der Diskussions- u. Interventionslinie angewendet werden, um gegebenenfalls korrigierend einzugreifen.    
     
     
  Abb.2: Dynamische Eigenentwicklung mit Initialmassnahmen    
       
 
Maschinelle Aufweitung
   
 

Bei der maschinellen Aufweitung wird die gesamte Verbreiterung des Flussbettes mit Hilfe von Baumaschinen herbeigeführt. Um eine weitere, meist unerwünschte Seitenerosion zu verhindern, sind Uferschutzmassnahmen notwendig.

Auch bei der maschinellen Aufweitung sollte das kiesige Material nicht entnommen, sondern im System belassen werden. Denn eine Materialentnahme verstärkt das ohnehin bestehende Geschiebedefizit der meisten Flüsse und wirkt sich negativ auf die mit dem Bau der Aufweitung angestrebte Sohlenstabilisierung/-erhöhung aus. Zudem bilden sich bei Erosionstendenz seltener Teilgerinne und Inseln. Beobachtungen zeigen, dass es, selbst bei genügender Breite, bei Geschiebemangel meist bei einem Einzelgerinne bleibt und sich das Gerinne nicht verzweigt.

   
       
     
  Abb.3: Maschinelle Aufweitung