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Integrales Gewässermanagement
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Hinweise zur Dimensionierung von Aufweitungen

   
 

Breite und Länge einer Aufweitung bestimmen welche Gerinneform sich einstellt (alternierende Kiesbänke, verzweigtes Gerinne), welche auentypischen Lebensräume und Strukturen geschaffen werden und um wie viel die Gerinnesohle angehoben werden kann.

 

 

Die Angaben beziehen sich auf Flüsse im schweizerischen Alpen- und Voralpengebiet.

Für h muss je nach Gewässertyp die Abflusstiefe von Abflüssen zwischen QD und HQ5 eingesetzt werden.
QD bezeichnet den Abfluss, bei welchem die Deckschicht der Flusssohle in Bewegung gerät und HQ5 einen Hochwasserabfluss, der im Durchschnitt alle fünf Jahre einmal erreicht oder überschritten wird.

 

Breite einer Aufweitung

 
 

Die sich einstellende Gerinneform (alternierende Bänke, verzweigtes Gerinne) ist im wesentlichen ein Funktion der Breite B, der bettbildenden Abflusstiefe h und des charakteristischen Korndurchmessers d. Dabei ist die Breite jener Faktor, der mit einer Aufweitung beeinflusst werden kann und daher im Vordergrund steht.
In der Literatur wurden verschiedene Kriterien aufgestellt, nach welchen das Auftreten der einen oder anderen Gerinneform vorhergesagt werden kann. Als Faustregel für die Flüsse im schweizerischen Alpen- und Voralpengebiet kann angenommen werden, dass sich bei einem Verhältnis

 
     
 

B / h ≥ 30     Bänke bilden können,

(1)  
       
  und dass sich das Gerinne bei einem Verhältnis    
       
 

B / h ≥ 50     verzweigt.

(2)  
       
 

Die so ermittelte Breite bezieht sich jedoch nur auf das unmittelbare Gewässerbett. Kann dem Flussraum nicht mehr Spielraum gewährt werden kommt es zur Ausbildung einer mehr oder weniger "statischen" Aufweitung mit vereinzelten Bänken oder Inseln. Diese Breite wird im folgenden als Baufw bezeichnet.

Damit sich eine gewisse, flusstypische Dynamik und ein möglichst breites Spektrum auentypischer Lebensräume entwickeln können, sollte dem Fluss mehr Spielraum gewährt werden:

Mindestbreite:                Bdyn_min = 2 * (50*h)

anzustrebende Breite:   Bdyn_ziel = 3 * (50*h)

Detaillierte Hinweise finden Sie in den Handlungsempfehlungen Nr.2.

 

   
 

Länge einer Aufweitung

   
 

Bei der Dimensionierung der Länge muss der übergeordnete Geschiebehaushalt berücksichtigt werden, damit es nicht zu unerwünschten Erosionen im Unterlauf (oder in seltenen Fällen zu starken Auflandungen im Oberlauf) der Aufweitung kommen kann.

Die Länge der Aufweitung bestimmt, um wie viel die Sohle im Oberwasser angehoben werden kann. Berechnungshinweise finden Sie in Hunzinger (1998).

Daneben bestimmt die Länge welche auentypischen Lebensräume sich ausbilden können und die zeitliche und räumliche Kontinuität der Lebensraumvorkommen. Detaillierte Hinweise finden Sie in den Handlungsempfehlungen Nr.2.

   
 

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