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Invasive Arten

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Jedes Jahr wandern neue Tier- und Pflanzenarten in die Schweiz ein, oder sie werden über verschiedenste Wege von anderen Kontinenten eingeschleppt. Manche sind harmlos, andere richten in der heimischen Natur grossen Schaden an. Wir helfen, die Biologie dieser problematischen Arten besser zu kennen und ihre Ausbreitung zu verhindern oder einzudämmen.

 

Nicht einheimische Organismen werden als invasiv bezeichnet, wenn sie wirtschaftliche Schäden verursachen, die Gesundheit von Mensch, Nutztier oder Pflanze beeinträchtigen oder sich auf Kosten einheimischer Arten ausbreiten. Das BAFU listet für die Schweiz über 800 etablierte gebietsfremde Arten auf. Davon machen rund hundert Arten von Pflanzen, Tieren und Pilzen Probleme – sie sind invasiv.

Invasive Arten wie das Drüsige Springkraut, der Asiatische Laubholzbockkäfer oder der Erreger des Eschentriebsterbens gelten heute neben der Lebensraumzerstörung als eine der bedeutendsten Gefahren für die globale Artenvielfalt. Die Schweiz hat deshalb die Biodiversitätskonvention und das Internationale Pflanzenschutzübereinkommen verabschiedet. Damit ist sie verpflichtet, das Eindringen invasiver Arten zu verhindern oder – sollten sie sich trotzdem ansiedeln – diese zu beseitigen oder soweit als möglich einzudämmen.

Invasionen unter der Lupe

Wir erforschen invasive Organismen und unterstützen die Behörden bei Managementstrategien. Wir untersuchen etwa, wie sich Invasionen nicht-heimischer Arten auswirken – ob sie hiesige Pflanzen verdrängen oder ob sie in Bergwäldern Steinschlägen gleich gut standhalten wie einheimische Baumarten. Da sich in der Südschweiz besonders viele wärmeliebende invasive Arten ausbreiten, ist dies ein Forschungsschwerpunkt unserer Zweigstelle in Cadenazzo (TI). Auf dem neuen «Forschungscampus Cadenazzo» arbeiten wir mit Agroscope, Agridea und dem Eidg. Pflanzenschutzdienst (EPSD) im Bereich invasiver Arten südlich der Alpen zusammen.

Besserer Schutz dank Pflanzenschutzlabor

Unter den invasiven Arten sind viele Insekten, Pilze, Nematoden, Bakterien und Viren, die bei Waldbäumen und Ziergehölzen Pflanzenkrankheiten auslösen. Wir diagnostizieren, erforschen und beobachten diese in unserer Forschungseinheit «Waldgesundheit und biotische Interaktionen». Wir suchen zudem nach biologischen Bekämpfungsmassnahmen (siehe auch Krankheiten, Schädlinge, weitere Störungen).

Das 2014 eröffnete Pflanzenschutzlabor auf dem WSL-Gelände ermöglicht die Arbeit mit gebietsfremden Organismen. Dort können wir Verdachtsfälle von Quarantänekrankheiten und -schädlingen unter strengen Sicherheitsvorrichtungen diagnostizieren und untersuchen.

Schädlingsbefall möglichst früh erkennen

Um unsere Wälder vor einheimischen und eingeschleppten Waldschädlingen und -krankheiten zu schützen, betreibt die Forschungsgruppe «Waldschutz Schweiz» ein Überwachungssystem. Dieses besteht aus einem dichten Netz von Beobachtern aus der Praxis wie Forstschutzbeauftragte, Kreis- und Revierförster, aber auch Waldbesitzern und Privatpersonen. Waldschutz Schweiz berät Waldbesitzer und Förster, hilft bei der Bestimmung von Organismen und führt regelmässig Erhebungen beim Forstdienst und Weiterbildungskurse durch.

Neben der Forschung  arbeiten wir auch in verschiedenen Kommissionen zum Thema invasive Arten mit. Dazu gehören die Eidgenössische Fachkommission für biologische Sicherheit (EFBS), die GEQ (Expertengruppe für Quarantäne) oder die Kommission bei Info Flora, welche die sogenannte Schwarze Liste der invasiven Pflanzenarten führt.

 
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Götterbäume breiten sich in Tessiner Wäldern aus – schützen diese dann noch genügend vor Steinschlag? Bild: Jan Wunder, WSL
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Der auffällige Tintenfischpilz stammt aus Australien. Er tauchte 1914 in den Vogesen auf und wurde in der Schweiz erstmals 1942 nachgewiesen. Unsere Forschenden haben über 300 Arten von eingewanderten Pilzen identifiziert, darunter viele Parasiten von Garten- und Wildpflanzen. Bild: Beatrice Senn-Irlet, WSL
 

Themen

Artenportraits

Hier stellen wir einige invasive Schädlinge in der Schweiz vor.

 

Weiterführende Informationen