Pflanzenschutzlabor

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) betreibt die WSL an ihrem Hauptsitz in Birmensdorf ein Labor, in dem Schadorganismen für Bäume und Sträucher diagnostiziert und Bekämpfungsmassnahmen sicher erforscht werden können.

Im Labor können gebietsfremde Organismen mit potenzieller Schadwirkung auf Pflanzen untersucht werden, deren Einschleppung und Ausbreitung in der ganzen Schweiz verhindert werden soll. Dazu gehören Insekten, Bakterien, Pilze und Fadenwürmer (Nematoden). Abhängig von der Art und Höhe des Schadens, den diese Organismen verursachen, werden sie in verschiedene Risikogruppen eingeteilt:

  • Gruppe 1: In der Schweiz auf natürliche Weise verbreitet
  • Gruppe 2: Quarantäne-Organismen, die in der Schweiz bereits vorhanden sind
  • Gruppe 3: Quarantäne-Organismen bzw. gebietsfremde, potenziell invasive Organismen, die in der Schweiz nicht oder nur lokal vorhanden sind.

Für Tätigkeiten mit besonders gefährlichen Schadorganismen, den sogenannten Quarantäne-Organismen, ist eine spezielle Sicherheitsinfrastruktur vorgeschrieben. Das Pflanzenschutzlabor ist so gestaltet, dass auch die höchsten Sicherheitsanforderungen bei der Erforschung von pflanzenschädigenden Organismen erfüllt werden.

Organismen, die nur unter Einhalt besonderer Sicherheitsanforderungen erforscht werden dürfen, sind zum Beispiel der Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis)  und der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), welche einheimische Laubbaumarten bedrohen, oder Phytophtora ramorum, der Erreger eines Triebsterbens, der zum Absterben verschiedener Gehölze führt.

Verbesserte Diagnose- und Forschungsmöglichkeiten

Die WSL betreibt mit Waldschutz Schweiz und der Forschungsgruppe Phytopathologie ein Kompetenzzentrum für Fragen der Waldgesundheit und führt neben der Diagnose von waldrelevanten Schadorganismen auch Forschung zum Pflanzenschutz durch. Weiter berät sie forstwirtschaftliche Verbände und Betriebe, Forstdienste sowie Behörden und Ämter des Bundes und der Kantone.

Das Pflanzenschutzlabor ermöglicht umfassende Forschung im Zusammenhang mit Pflanzenschädlingen. So können mehrere Organismen gleichzeitig untersucht, Referenzkulturen gezüchtet sowie Schädlinge und befallene Pflanzen sicher gelagert und im Gewächshaus Experimente mit lebenden Pflanzen durchgeführt werden. Diese erlaubt es der WSL, die Kenntnisse über derartige Organismen, deren Entwicklungsprozesse und die Interaktionen mit anderen Organismen zu verbessern und Bekämpfungsmethoden zu entwickeln.

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