Die aktuell grösste Herausforderung für die Waldwirtschaft ist die Adaptation von Beständen an den Klimawandel. Die Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen und Trockenperioden werden in den nächsten Jahrzehnten zunehmen (Referenz CH2025). Auch die Wahrscheinlichkeit grossflächiger Schäden durch Sturmereignisse wie dem Orkantief Lothar 1999 wird weiterhin hoch sein.
In bewirtschafteten Beständen werden Bäume typischerweise zwischen 80 und 200 Jahre alt, bevor sie geerntet werden. Heutige Bewirtschaftungsentscheidungen wirken sich über lange Zeiträume hinaus aus. Darum muss regelmässig überprüft werden, ob die Bestandesentwicklung noch zu den waldbaulichen Zielen und den jeweils aktuellen Erkenntnissen zu Risiken während des Klimawandels passt.
Es gibt unterschiedliche Strategien, Wälder an den Klimawandel anzupassen:
- Reaktive Ansätze setzen auf die natürliche Anpassungsfähigkeit von Bäumen und Waldökosystemen und stützen sich vor allem auf die Naturverjüngung der bereits vorkommenden Baumarten.
- Proaktive Ansätze verfolgen das Ziel, durch gezielte waldbauliche Eingriffe, eine frühzeitige Einleitung der Verjüngung und ergänzende Pflanzungen zukunftsfähiger Baumarten die Baumartendiversität, strukturelle Vielfalt und die Resilienz von Waldökosystemen zu erhöhen.
Um die Effektivität verschiedener Strategien der adaptiven Waldwirtschaft zu testen, wird das EFM-Flächennetzwerk zukünftig erweitert werden. Unmittelbar ist die Einrichtung eines Pilotversuchs in Planung, um ein geeignetes experimentelles Design zu entwickeln. Darauf aufbauend werden weitere Versuchsstandorte dazukommen.