Überführungsbestände zu Dauerwäldern

Als Überführung bezeichnet man die langfristige, an einem waldbaulichen Bewirtschaftungsziel orientierte Entwicklung eines einschichtigen, gleichaltrigen Bestandes hin zu einer Dauerwaldstruktur. Einförmige, gleichaltrige Bestände sind häufig strukturell wenig vielfältig und gegenüber Störungen wie Sturm, Trockenheit oder biotischen Schadorganismen anfälliger. Unter den sich verändernden Klimabedingungen gewinnt die Überführung in strukturreiche, gemischte und standortangepasste Wälder daher zusätzlich an Bedeutung und stellt eine wichtige Herausforderung für die forstliche Praxis dar. Dies ist ein Prozess, der viele Jahrzehnte dauern kann. 

Ende des 20. Jahrhunderts stieg das Interesse an der Dauerwaldwirtschaft und an der WSL wurden zahlreiche Überführungsversuche eingerichtet. Unter anderem waren die Versuchsziele zu untersuchen, wie eine Überführung zum Dauerwald auf tiefer gelegenen Laubstandorten mit einem hohen Anteil an Lichtbaumarten funktionieren kann und wie gleichaltrige Fichtenbestände in hochmontanen und Alpinen lagen zu Gebirgsplenterwäldern mit einer hohen Schutzfunktion werden können.