Allgemeine wachstumskundliche Forschungsfragen

Die ersten waldbaulichen und wachstumskundlichen Versuchsflächen in der Schweiz wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts eingerichtet. Im Lauf der Zeit wurde das Flächennetzwerk entsprechend den sich verändernden gesellschaftlichen und waldbaulichen Anforderungen an den Wald und seine Leistungen weiterentwickelt. Heute bilden sie gemeinsam das Netzwerk der EFM-Versuchsflächen (Karte). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag der Schwerpunkt des Netzwerks auf der ertragskundlichen Forschung und auf gleichaltrigen Beständen. Es wurden vor allem Versuche zu verschieden Durchforstungsarten und Intensitäten im gleichaltrigen, schlagweisen Hochwald angelegt. Wichtiges Produkt waren die Ertragstafeln zu BucheFichteTanne und Lärche (Badoux, 1983). 

Auch heute werden die Daten aller EFM-Versuchsflächen (aktiv und inaktiv) weiterhin gerne genutzt, um wachstumskundliche Kennzahlen zu generieren. Nachfolger der Ertragstafeln sind dabei verschiedene Bestandes- und Wachstumssimulatoren, die mit Hilfe dieser Daten kalibriert oder validiert werden (z.B., ForClim, Hiltner et al, 2025; SwissStandSim, Zell et al, 2020 oder 3-PG, Forrester et al. 2021). Mithilfe dieser Wachstumsmodelle kann beispielsweise der laufende oder der durchschnittliche Gesamtzuwachs bestimmter Bestände geschätzt werden, um zu erfassen, wie viel Holz nachhaltig genutzt werden kann.

Gleichaltrige Lärchenversuchsflächen, wie sie zur Erstellung der Ertragstafeln angelegt wurden. Foto: WSL Archiv

Versuchsflächenentwicklung des EFM-Netzwerks im Lauf der Zeit.