Dauerwaldforschung

Dauerwälder haben eine ungleichaltrige Struktur, es steht die Förderung und Nutzung von Einzelbäumen im Mittelpunkt. Alle waldbaulichen Massnahmen zur Einleitung von Verjüngung, Freistellung von förderungswürdigen Bäumen und Holzernte finden zeitgleich in einem Bestand statt. Plenterwälder sind Dauerwälder die hauptsächlich aus den Baumarten Tanne, Fichte und Buche bestehen. In der forstlichen Praxis gelten Plenter- und Dauerwälder als eine naturnahe und nachhaltige Form der Waldbewirtschaftung, da sie auf kontinuierliche Verjüngung, strukturelle Vielfalt und eine langfristige Förderung und Nutzung einzelner Bäume abzielt. Der Dauer- und insbesondere der Plenterwald hat in der Schweiz eine lange Tradition mit regionalen Schwerpunkten unter anderem im Emmental und im Jura. Anfang des 20. Jahrhunderts stieg das forstwissenschaftliche Interesse an dieser Form der Waldbewirtschaftung in der Schweiz und es wurden zahlreiche permanente Versuchsflächen angelegt, um mehr über Wachstumsgesetzmässigkeiten und Wirtschaftlichkeit von Plenterwäldern zu erfahren. Heute besteht das Plenternetzwerk im EFM-Projekt aus 26 Versuchsstandorten mit einer Gesamtfläche von 36 ha.

Aus wissenschaftlicher Sicht sind Plenterwälder von starkem Interesse für die Erforschung von Klimafolgen auf Waldökosysteme. Da die Bestandesdichte, Baumarten- und Alterszusammensetzung über die Zeit konstant bleibt, können Veränderungen zum Beispiel des Wachstums im Lauf der Zeit unabhängig von Effekten der Bestandesstruktur untersucht werden. Die Daten der langfristigen Versuchsreihen in den Plenterwäldern des Netzwerks zeigen, dass vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Bestandeswachstum in den untersuchten Plenterwäldern stark zugenommen hat (Forrester et al. 2022). Diese Zunahme ist Anfang des 20. Jahrhunderts stagniert und neueren Auswertungen (unveröffentlicht) deuten auf einen möglichen Rückgang des Wachstums innerhalb der letzten 10 Jahre hin.